Organisation
Unter Organisation versteht man die Schaffung einer Ordnung im betrieblichen Geschehen durch dauerhafte Regelungen. Dabei geht es um sich häufig wiederholende gleichartige Tätigkeiten. Abzugrenzen von der Organisation ist die Disposition. Hier handelt es sich um Einzelfallentscheidungen (Beispiele: Einstellung von Mitarbeitern, Durchführung größerer Investitionen). So wichtig generelle Regelungen für die Gewährleistung von Kontinuität im betrieblichen Alltag sind – es muss verhindert werden, dass bürokratische Strukturen sich verselbstständigen. Es muss vermieden werden, dass fallweise Dispositionen in größerem Umfang durch generelle Regelungen ersetzt werden.Teilbereiche der Organisation sind die Aufbau- und die Ablauforganisation.
Aufbauorganisation
Aufgabe der Aufbauorganisation ist es, durch die Zuordnung von Mitarbeitern zu Vorgesetzen eine hierarchische Ordnung zu schaffen. Ziel dabei ist, dauerhafte Regelungen zu schaffen. Häufige Änderungen in der Hierarchie sind zu vermeiden.
Die Stelle ist die kleinste organisatorische Einheit. Sie umfasst den Aufgabenbereich einer Person. Der Aufgabenbereich einer Stelle wird durch die Stellenbeschreibung gekennzeichnet. Neben dem Aufgabenbereich enthält die Stellenbeschreibung folgende Merkmale: Anforderungsprofil (nachgewiesen durch Ausbildung und Erfahrung), hierarchische Einordnung, tarifliche oder außertarifliche Eingruppierung.
Zu unterscheiden sind ausführende und Leitungsstellen. Ausführende Stellen erhalten Arbeitsanweisungen. Leitungsstellen haben ein Weisungsrecht gegenüber den ausführenden Stellen. Damit sind Hierarchiestufen angesprochen, also Abteilungen, Hauptabteilungen, Bereichsleitungen usw.
Hierarchien können funktional oder divisional gebildet werden. Bei der funktionalen Aufbauorganisation stehen Tätigkeiten wie z.B. beschaffen, produzieren und verkaufen im Vordergrund der Gliederung von Stellen. Diese Bereiche sind gemeinsam für alle Produkte zuständig. Genau umgekehrt ist es bei der divisionalen Aufbauorganisation, auch Spartenorganisation genannt. Hier sind die Produkte das Hauptmerkmal für die Gliederung der Stellen. Innerhalb der Produktbereiche erfolgt dann nachrangig die bei der funktionalen Aufbauorganisation genannte tätigkeitsorientierte Unterteilung der Stellen.
Hat ein Unternehmen eine homogene Produktstruktur, empfiehlt sich eine funktionale Aufbauorganisation. Ist andererseits ein Unternehmen auf verschiedenen Geschäftsfeldern und damit mit unterschiedlichen Produkten auf den Märkten tätig, kann eine divisionale Aufbauorganisation sinnvoll sein.
Ablauforganisation
Gegenstand der Ablauforganisation ist die Gestaltung der Arbeitsabläufe zwischen den Stellen. So sind z.B. folgende Fragen zu beantworten: Wie wird der Ablauf eines Kundenauftrags organisiert? Welche Tätigkeiten sind erforderlich für ein effizientes Mahnwesen? Wie wird sach- und zeitgerecht die Lohn- und Gehaltsabrechnung durchgeführt? Ziel der Ablauforganisation ist es, die Arbeitsabläufe optimal zu gestalten.
Prof. Dr. Reimund Franke
Redaktioneller Stand: April 2009
