EBIT
Beim Vergleich von Jahresabschlüssen haben sich in den letzten Jahren eine Reihe amerikanischer Kürzel durchgesetzt. Dies ist auf den ersten Blick vielleicht etwas schwer verständlich. Der Vorteil besteht jedoch darin, dass die Definition klar ist und einen hohen Grad von Verallgemeinerung hat. Ziel ist es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens herauszustellen und dabei Einflussgrößen, die nicht unmittelbar auf den Leistungsprozess einwirken, zu eliminieren. Grundlage für die Berechnung ist jeweils das Jahresergebnis laut Gewinn- und Verlustrechnung.
Die drei Kennziffern EBT, EBIT und EBITA bauen folgendermaßen aufeinander auf:
1. EBT (engl.: Earnings Before Taxes; Ergebnis vor Steuern)
Berechnungsmethode:
Jahresergebnis
+/- Steuern
= EBT.
Die Steuerbelastung für die einzelnen Unternehmen ist sehr unterschiedlich. Dies gilt erst recht für einen Vergleich von Unternehmen aus verschiedenen Ländern. EBT eliminiert die steuerlichen Einflüsse auf das Jahresergebnis. Diese Kennziffer wird für viele Renditeberechnungen als Basis genommen.
2. EBIT (engl.: Earnings Before Interest and Taxes; Ergebnis vor Steuern und Zinsen)
Berechnungsmethode:
Jahresergebnis
+/- Zinsen
+/- Steuern
= EBIT.
EBIT wird auch als "operatives Ergebnis" bezeichnet (Ergebnis für die gewöhnliche Geschäftstätigkeit). Unternehmen benötigen in unterschiedlichem Ausmaß Fremdkapital, was in der Folge zu einem entsprechenden Zinsaufwand führt. Um die Ertragskraft eines Unternehmens zu analysieren, wird das Zinsergebnis aus dem Jahresergebnis herausgerechnet. Indem (national) unterschiedliche Zins- und Steuerbelastungen ausgeschlossen werden, ist eine Vergleichbarkeit der Ergebniszahlen möglich. Das EBIT ist heute eine der am meisten verwendeten Ergebnisgrößen.
3. EBITA (engl.: Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization; Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen)
Berechnungsmethode:
Jahresergebnis
+/- Zinsen
+/- Steuern
+/- Abschreibungen
= EBITA.
In einem dritten Schritt werden dann auch noch die Abschreibungen eliminiert. Allerdings ist die Kennziffer nicht ganz unumstritten, da insbesondere im internationalen Vergleich große Bewertungsunterschiede bestehen und so erhebliche Spielräume bestehen, die für eine "Ergebnisgestaltung" genutzt werden können.
Im Überblick:
- EBT (Ergebnis vor Steuern)
- EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen)
- EBITA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen)
Dr. Jürgen Glaubitz
(ehemals Abteilungsleiter Wirtschafts- und Strukturpolitik, ver.di-Landesbezirk NRW)
Redaktioneller Stand: April 2007
