Schwarz-Gruppe (Lidl)

Branche

Einzelhandel

Unternehmenssitz

Neckarsulm

Rechtsform

Stiftung & Co. KG

Gründung

In den 1930er Jahren (Josef Schwarz)

Namen

1973 eröffnete Dieter Schwarz (Sohn von Josef Schwarz) den ersten Discountladen in Ludwigshafen. Um diesen nicht "Schwarz-Markt" (Schwarzmarkt) nennen zu müssen, kaufte er von dem pensionierten Lehrer Ludwig Lidl für 1.000 DM die Namensrechte ab.

Bedeutung

Eines der größten und erfolgreichsten Unternehmen Europas. Zehntgrößter Handelskonzern der Welt - starke Expansion, vor allem international.

Eigentumsverhältnisse/ Struktur des Handelskonzerns

Die Schwarz-Gruppe ist ein Unternehmensgeflecht aus acht Stiftungen und über 600 Gesellschaften und ähnelt einer Blackbox.

Machtzentrum ist die Schwarz Unternehmenstreuhand KG (Führungsholding).

Darunter ist die Schwarz Beteiligungsgesellschaft mbH angesiedelt (99 % der Anteile gehören D. Schwarz).

Dieser Gesellschaft wiederum sind die Lidl Stiftung und die Kaufland Stiftung angehängt.

D. Schwarz ist "persönlich haftender Gesellschafter in allen deutschen operativen Gesellschaften" (Lebensmittelzeitung).

Vertriebslinien

Lebensmitteldiscount: Lidl

SB-Warenhäuser u. Verbrauchermärkte: Kaufland, KaufMarkt, Handelshof

Lidl Stiftung & Co. KG

(zu 99,9 % im Besitz von D. Schwarz)

Deutschland:

33 Lagergesellschaften

ca. 3.000 Filialen

international: mehr als 7.200 Filialen (Lidl ist in fast allen europäischen Ländern vertreten)

Kaufland Stiftung & Co. KG

(zu 99,9 % im Besitz von D. Schwarz)

europaweit über 700 Märkte

(in Deutschland ca. 500)

"Unternehmerposition"

Klaus Gehring

Eigentümer

Dieter Schwarz

Das Unternehmen betreibt eine gezielte Desinformationspolitik. Die extreme Verschachtelung des Handelskonzerns trägt dazu bei, bestmöglich die Macht- und Entscheidungsstrukturen zu verschleiern. Es gibt nur ganz wenige gesicherte ökonomische Kennzahlen.

Ökonomische Kerndaten

Ergebnis 2006

Veränderung

zu 2005 in Prozent

Umsatz (insgesamt)

ca. 44 Mrd. Euro

"zweistellig"

Ergebnis

k. A.

k. A.

Beschäftigte (insgesamt)

ca. 170.000

k. A.

Anmerkungen:

  • D. Schwarz ist lt. manager-magazin mit 10,25 Milliarden Euro Vermögen der drittreichste Deutsche.
  • Sein erklärtes Ziel ist es, Aldi umsatzmäßig zu überholen. Im Dezember 2007 wurde bekannt, dass der Discounter Lidl dank seiner rasanten Expansion erstmals den Konkurrenten Aldi in der Zahl der Läden überrundet. Europaweit verfügt das Unternehmen über 7.271 Geschäfte – gegenüber 6.997 von Aldi.
  • D. Schwarz unterstützt mit seiner gemeinnützigen Stiftung vielfältige Projekte.
  • Durch die nebulöse Firmenstruktur wird die wahre Unternehmensgröße und Konzernstruktur verschleiert. Auf diese Weise wurden bisher die Pflicht zur Veröffentlichung von Jahresabschlüssen als auch die Mitspracherechte der Arbeitnehmerseite unterlaufen und die Schaffung eines Konzern- bzw. Gesamtbetriebsrats verhindert.
  • Es gibt immer wieder massive Kritik an der rigiden Mitarbeiterführung im Unternehmen.
  • ver.di kritisiert, dass bei Lidl elementare Rechte systematisch verletzt werden. U.a. versucht das Unternehmen, gezielt die Bildung von Betriebsräten zu verhindern.
  • ver.di hat dagegen ein Schwarz-Buch Lidl ("Billig auf Kosten der Beschäftigten") herausgegeben und eine Kampagne gestartet.
  • Ziel der Lidl-Kampagne von ver.di ist es, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten nachhaltig zu verbessern.

Dr. Jürgen Glaubitz

(ehemals Abteilungsleiter Wirtschafts- und Strukturpolitik,
ver.di-Landesbezirk NRW)

Redaktioneller Stand: Dezember 2007